Förderverein Konzerthaus Blaibach e.V.
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Zeitungsberichte

Mittelbayerische Zeitung 23.Apil 2014

Von Stefan Weber

Ecken und Kanten fürs Konzerthaus

Bauleiter Landgraf erklärt in Blaibach, warum für das ehrgeizige Projekt nur eine Firma mit ganz besonderen Kenntnissen die Schalung liefern konnte.
 

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Blaibach.Es ist bereits später Mittwoch-Nachmittag an der Baustelle des Blaibacher Konzerthauses. Nur noch ein Teil der zehn Arbeiter der Baufirma Alt aus Pemfling sind noch vor Ort, eigentlich ist gleich Feierabend. „Noch ein wenig warten“, hatte Bauleiter Karl Landgraf versprochen, „dann kommt er“. Worauf die Herren warten, ist ein Tieflader aus Österreich – und das bereits seit Mittag. Im Gepäck hat er eine besondere Fracht. Es handelt sich um die Schalung für das Konzerthaus, und die muss noch an diesem Tag abgeladen werden.

Fräsen mit dem 3D-Laser

Für ein Projekt wie das Blaibacher Konzerthaus kann es aber natürlich keine Schalung sein wie bei einem Einfamilienhaus. Denn auch wenn das ganze Gebäude in Beton gegossen wird, haben Initiator und Bariton Thomas E. Bauer und Architekt Peter Haimerl ganz besondere Anforderungen daran gestellt, was die Akustik betrifft: Es wird im Konzertsaal nämlich keine glatten Flächen geben, sondern richtig viele Ecken und Kanten. Ein Akustik-Spezialist aus München hat dabei jede einzelne Kante genau geplant.

Das umzusetzen sei gar nicht so einfach gewesen, erklärt Landgraf. Es gab eine öffentliche Ausschreibung, auf die sich nur zwei Firmen gemeldet hätten. „Eine aus Deutschland – die hat dann aber kein Angebot mehr abgegeben, als sie gesehen hat, was gemacht werden soll – und die Spezialfirma aus Wels in Österreich.“ Die Firma aus dem Ort zwischen Passau und Linz sei normalerweise im Sonderfahrzeugbau tätig, erklärt Landgraf. Das Wissen komme nun aber dem Konzerthausbau zugute. Denn die Teile –an diesem Tag sind es nur drei Stück, die geliefert werden – müssten mit einem 3D-Laser gefräst werden. Bislang steht nur ein Teil der Schalung für eine einzige Wand. „Die müssen noch mindestens 15 Mal zu uns fahren, bis wir alles betonieren können“, erklärt Landgraf.

Während die Mitarbeiter die Teile abladen, kommen immer wieder Schaulustige an der Baustelle vorbei. Ein Ehepaar aus Deggendorf ist aus einem besonderen Grund an dem Treiben interessiert. „Wir haben Karten für die Vorstellung der Altneihauser Feuerwehr im September“, sagt die Frau. „Wird es bis dahin auch fertig“, fragt sie. 35 Euro pro Karten hat das Paar bezahlt. Bauleiter Landgraf sagt: „Wir liegen im Plan. Dienstag oder Mittwoch“, schätzt er, werde der erste kleine Teil bereits betoniert. Bis Ende Juni sollten diese Arbeiten abgeschlossen sein, „aber wir haben noch Luft bis Ende Juli“, sagt der Bauleiter.

Die „zweite Baustelle“

Während an der einen Seite der Baustelle die Schalungen für das Konzerthaus abgeladen werden, ist am anderen Ende an diesem Tag bereits die Arbeit eingestellt: Seit rund fünf Wochen wird das sogenannte Waldlerhaus auf Privatkosten von Thomas E. Bauer wieder bewohnbar gemacht. Das Dach ist abgedeckt, der mittlere Raum ist bereits zu drei Vierteln mit Beton ausgegossen. In dem Haus sollen später auch die Künstler wohnen können, die im Konzerthaus auftreten. Die Beton-Idee stammt wieder von Architekt Haimerl und erfüllt hier vor allem eine stützende Funktion. Denn die Außenansicht werde ihren alten Charakter behalten, erklärt Landgraf – darüber wache nicht zuletzt der Denkmalschutz.

Bis September sollen laut Zeitplan beide Baustellen abgeschlossen sein und die ersten Gäste ins Konzert- und ins Waldlerhaus kommen. Dann können sich auch die Gäste und die Blaibacher selbst ein Bild von den Ecken und Kanten des Mammut-Projekts in der Dorfmitte des kleinen Ortes machen.

 

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